Banana Pi Vorgestellt

Banana Pi: Eine leistungsstarke Raspberry Pi Alternative

Geschrieben von Tony

Der Banana Pi ist ein open-source Einplatinencomputer und wurde von der chinesischen Bildungsinitiative Lemaker.org entwickelt. Im Netz wird er als Raspberry Pi Klon mit mehr Leistung beschrieben und gewinnt zunehmend die Aufmerksamkeit von Bastlern und Einplatinencomputer-Fans.

Verglichen mit dem Raspberry Pi bietet der Banana Pi eine attraktive Alternative mit leistungsfähigerem Prozessor, mehr Arbeitsspeicher und einer schnelleren Ethernet-Schnittstelle. Für rund 37 Euro ist der Banana Pi bei deutschen Händlern zu erwerben. Trotz der Namensverwandtschaften ist der Banana Pi kein offizieller Nachfolger des britischen Raspberry Pi.

Banana Pi

Banana Pi

Hardware und Ausstattung

Der Banana Pi ist mit einem ARM Cortex-A7 Dual-Core Prozessor ausgestattet und arbeitet im 1 GHz Takt. Im Vergleich zu dem im Raspberry Pi verbautem Broadcom-Chip BCM2835 mit 700 MHz ist dieser deutlich leistungsfähiger.

Auch in Sachen Arbeitsspeicher und Grafik bietet der Banana Pi mit 1 GByte RAM und dem integrierten Mali-400-Chip wesentlich mehr. Die Netzwerkanbindung unterstützt eine Datenrate von 1 GBit/s. An den Schnittstellen hat sich auch einiges getan: Wie der Raspberry Pi, verfügt der Banana Pi über zwei USB 2.0 Anschlüsse, eine Audiobuchse, einem SD-Kartenslot, HDMI- und AV-Video-Ausgang. Neu dazugekommen ist eine SATA-Schnittstelle für eine entsprechend kompatible Festplatte, ein Infrarot-Empfänger, als auch eine CSI Connector für ein Kameramodul.

Auf dem Board befindet sich eine LED-Anzeige für Power- und Netzwerkstatus (rot und blau). Eine weitere grüne LED kann vom Benutzer selbst definiert werden. Mit 92mm x 60mm ist der Banana Pi etwas größer als der britische Einplatinencomputer. Im nachfolgenden werden alle Hardware-Speifikationen des Banana Pi aufgelistet und mit dem Raspberry Pi gegenübergestellt.

Banana Pi und Raspberry Pi im Vergleich

 Banana PiRaspberry Pi
ProzessorA20 ARM Cortex-A7 Dual-Core , 1 GHzARM1176JZF-S,
700 MHz
GrafikARM Mali400 MP2Broadcom VideoCore IV, shared VRAM
Arbeitsspeicher1GB DDR3 SDRAM512 MB SDRAM
Stromversorgung5 V MicroUSB5 V MicroUSB
USB 2.0 Anschlüsse22
MicroUSB OTG1-
Netzwerk10/100/1000 MBit Ethernet10/100 MBit Ethernet
Speicherkartenslot BetriebssystemSDSD
SATA1-
VideoausgabeHDMI, Composite VideoHDMI, Composite Video
Audioausgang3,5 mm Klinke, HDMI3,5 mm Klinke, HDMI
AudioeingangMikrofon-
GPIOs und Schnittstellen26 GPIO Pins, UART, I2C, SPI, CAN-Bus, ADC, PWM

CVBS , LVDS/RGB
GPIO, SPI, I2C, UART, CSI, DSI
Infrarot EmpfängerJaNein-
StromquelleMircroUSBMircroUSB
Energieverbrauch5V 2A (max. 10 Watt)5V 700 mA (max. 3,5 Watt)

Betriebssysteme

Für den Banana Pi gibt mittlerweile eine große Auwahl an verschiedenen Distributionen. Darunter zählen unteranderem Android, Lubuntu, Fedora, OpenWRT, Arch Linux, Bananian Linux, Raspbian und einige mehr. Alle Images können im Downloadbereich von LeMaker oder unter orangepi.com heruntergleaden werden. Das Raspbian-System ist vom Raspberry Pi her bekannt und wurde an den Banana Pi angepasst. Ebenfalls ist das Konfigurationstool raspi-config verfügbar. Für den Serverbetrieb eignet sich vor allem das lightweight OS Bananian Linux ohne grafische Oberfläche.

Ein Betriebssystem eurer Wahl muss anschließend auf eine SD-Karte kopiert werden. Wie man eine SD-Karte vorbereitet und das Betriebssystem aufspielt wird am Beispiel Raspbian, das meistgenutzten Systems basierend auf Debian, hier vorgestellt. Die Installation für den Banana Pi erfolgt analog wie zur Installation unter dem Rapberry Pi.

Kompatibilität mit Raspberry Pi

Hardwareseitig, konkret mit den GPIO-Header-Layout ist der Banana Pi mit dem Raspberry Pi identisch. Gleichermaßen wurde im Softwarebereich die Bibliothek WiringPi für den Banana Pi angepasst. Hinzu kommt das Raspbian auf den Banana Pi portiert wurde um der Pi Community eine bekannte Plattform zu geben.

In Sachen Breakout Platinen muss man allerdings Abstriche machen bzw. etwas genauer hinsehen. Die Platinen des Banana Pi ist etwas größer und die Anordnung der Bauelemente ist nicht passgenau mit dem britischen Pi übereinstimmend. Weiterhin kommt der SATA Anschluss hinzu. Die Veränderungen können verursachen, dass Breakout Patinen für den Raspberry Pi nicht mit der Banana hundertprozentig kompatibel sind.

Das klassische Raspberry Pi Kameramodul ist ebenfalls nicht kompatibel. Dies ist darauf zurückzuführen, dass zum Beispiel der DSI Connector physisch etwas größer ist und 10 zusätzliche Pins mitbringt.

Performance und Möglichkeiten

Die leistungsstärkere Hardware des Banana Pi ist nicht nur in den Spezifikationen lesbar, sondern macht sich auch bei der Arbeit mit dem Einplatinencomputer bemerkbar. Die grafische Oberfläche LXDE läuft flüssig und rund. Das „Durchklicken“ durch die Verzeichnisse, als auch das Öffnen von Textdokumenten mit einem Editor reagiert schnell. Der Webbrowser startet zügig, etwa in 3 bis 5 Sekunden, und sorgt für ein angenehmes Surfverhalten mit dem Banana Pi.

Durch die SATA-Schnittstelle des Banana Pi ist es mögich eine SATA-Festplatte anzuschließend. Der Anschluss einer Festplatte ist vergleichsweise beim Raspberry Pi B nur via USB möglich, diesen USB-Port spart man bei der Verwendung einer SATA-Festplatte. Die Übertragung einer großen Datei erfolgte mittels SATA mit durchschnittlich etwa 12 bi 15 MB/s. Der Durchsatz sollte für einen eigenen NAS Server zunächst ausreichend sein. Neben einem NAS-Server mittels SATA-Festplatte bietet der Banana Pi durch die Leistungssteigerung gegenüber dem Raspberry Pi B mehr Spielraum für anspruchsvolle Aufgaben.

Banana Pi und Zubehör kaufen

Am besten kauft man den Banana Pi ganz bequem im Internet und lässt ihn zu sich nach Hause kommen. Ich empfehle das Angebot auf Amazon oder Rasppishop: Neben den Board findet man dort gutes Zubehör, welches für den Betrieb benötigt wird. In der folgenden Liste habe ich einige Produkte zusammengetragen die nicht fehlen sollten. Die Preise wurde zuletzt am 30. Mai 2015 angepasst.

Update: 3 Überarbeitete Banana Pi Modelle

Ähnlich wie beim Raspberry Pi wurde der Banana Pi (M1) überarbeitet und verbessert. Darunter zählt zum einen der Banana Pro mit 40 anstatt 26 GPIO Pins und WLAN-Modul On Board.

Weiterhin existiert mittlerweile der Banana Pi M2: Dieses Modell verfügt über einen Quad Core Prozessor (vorher Dual Core), WLAN On Board und vier USB 2.0 Ports. Der Composite Videoausgang wurde vernachläsigt, dafür hat die M2 Variante ebenfalls 40 GPIO-Pins. Der einzigste Nachteil am Banana Pi in der Quad Core Ausführung ist, dass SATA nicht mehr verfügbar ist.

Im März 2015 wurde von den Entwicklern zusätzlich noch eine Banana Pi M1 Plus Variante veröffentlicht. Im Vergleich zum Ausgangsmodell sind die Änderungen ähnlich wie beim Banana Pro vom LeMaker.

Quellen (Stand: 30. Mai 2015): Golem.de, LeMaker.org

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

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