Vorgestellt

NanoPi: Minicomputer für 16 USD

Der NanoPi ist ein neuer Einplatinencomputer, kommt aus China, kostet 16 USD und ist trotz der Namensgebung nicht mit dem Raspberry verwandt. Der NanoPi verfügt in der Standardausführung über einen 400 Mhz ARM9-Prozessor von Samsung, 64 MB DDR2 Arbeitsspeicher, sowie einem WiFi- und Bluetooth-Modul ausgestattet. Im Folgenden werden die technischen Spezifikationen und Schnittstellen näher beschrieben.

NanoPi: Schlanke Raspberry Pi Alternative

Hardware

Der NanoPi verfügt über einen 400 MHz Samsung ARM9-Prozessor, konkret einem Samsung S3C2451 CPU und 64 MB DDR2 RAM. In Sachen Schnittstellen und Anschlüssen ist das Board mit einem USB Host vom Typ A, einer seriellen Schnittstelle (Debugging), einem LCD und einem DVP Camera Interface, sowie einem MicroUSB-Port ausgestattet. Der MicroUSB-Port kann zur Stromversorgung verwandet werden, aber auch als serielle Schnittstelle oder Ethernetport konfiguriert werden. Über einen MicroSD-Slot kann ein Betriebssystem auf einer Speicherkarte genutzt werden.

Weiterhin sind auf dem nanoPi zwei GPIO-Header installiert: Einmal ein GPIO Header welcher 40 Pins umfasst und mit dem Raspberry Pi GPIO-Layout kompatibel ist. Die GPIOs umfassen die Schnittstellen und Bussysteme UART, I2C, SPI und gewöhnliche I/O-Ports. Der zweite Header umfasst 12 Pins und stellt laut technischen Daten gleichermaßen diverse Schnittstellen bereit.

Mit Abmessungen von 75mm x 30mm ist der nanoPi halb so groß wie der Raspberry Pi. Bezüglich der Konnektivität verfügt der Einplatinencomputer über ein WiFi- und ein Bluetooth-Modul. Eine kabelgebundener Ethernetport ist nicht installiert.

NanoPi (nanopi.org)

NanoPi (nanopi.org)

Software

Das NanoPi Minisystem arbeitet mit Linux. Konkrete Angaben zum Betriebssystem sind noch nicht bekannt. Laut technischen Daten jedoch fungiert das Board mit Linux 4.1 und Debian. Auf der Entwicklerseite sind Quellen (Github) und Schaltpläne einsehbar und stehen zum Download bereit.

Preis und Verfügbarkeit

Der NanoPi kostet 16 USD zuzüglich Versand und wird Ende November 2015 offiziell verfügbar sein. Ob und wann der NanoPi in Deutschland zu erwerben ist, ist noch unklar. Verkaufsstart und Bezugsquellen sind ebenfalls noch nicht bekannt.

Technische Daten im Überblick

  • CPU: Samsung S3C2451, 400Mhz
  • RAM: 64 MB DDR2
  • WiFi- und Bluetooth Modul
  • 1 x USB Type A
  • 1 x Debugging Serial Port
  • microSD Slot
  • 1 x microUSB: Stromversorgung, konfigurierbar zur seriellen Datenübertragung und Ethernet
  • LCD Interface
  • DVP Camera Interface
  • GPIO Header 1: 40 Pins, kompatibel zu Raspberry Pi (UART, SPI, I2C)
  • GPIO Header 2: 12 pins (I2S, I2C, UART)
  • Abmessungen: 75 x 30 mm
  • Power: DC 5V
  • Bootloader/OS: u-boot, Linux 4.1 und Debian

NanoPi 2: Zweite und leistungsstärkere Variante

Auf der Entwicklerwebseite findet man ebenfalls den NanoPi 2 – eine zweite Variante des NanoPi-Boards, welche ich hier der Vollständigkeit halber mit anmerken möchte. Von den technischen Daten ist das zweite NanoPi-Modell leistungsstärker: Das Board verfügt über einen Samsaung S5P 4418 Quad Core Cortex-A9 Prozessor und taktet mit 1,4 Ghz. Weiterhin verfügt der NanoPi 2 über 1 GB DDR3 Arbeitspeicher und im Gegensatz zur ersten Modell-Variante über 2 MicroSD-Kartenslots und HDMI. Die Abmessungen liegen bei 75mm x 40 mm, also ein wenig größer als der normale NanoPi. Preislich liegt der NanoPi 2 bei 32 USD. Weitere Angaben zur Verfügbarkeit und offiziellen Erscheinung sind noch nicht bekannt.

  • SoC: Samsung S5P 4418 Quad Core Cortex-A9, 1.4 GHz
  • System Memory: 1GB 32bit DDR3 RAM
  • Storage: 2 x Micro SD Slot
  • Connectivity: AP6212 Wireless and Bluetooth, 802.11 b/g/n, AP mode, BLE 4.0, HS mode
  • HDMI: 1 x HDMI 1.4A, Type-A
  • LCD- und Kamera-Interface
  • Debug Serial Port/UART0: 2.5 mm 4 Pins
  • USB: 1 x USB 2.0 Type-A; 1 x Micro USB (Power und serielle Schnittstelle)
  • GPIO Header 1: 40 Pins, kompatibel zu Raspberry Pi (UART, SPI, I2C)
  • Betriebssystem: Android und Debian
  • Abmessungen: 75 x 40 mm
  • Power: DC 5V
  • Bootloader/OS: u-boot, Linux 4.1 und Debian

Quellen: NanoPi, NanoPi 2

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

Hinterlasse eine Antwort

Kommentare

  • Der NanoPi ist wohl eher etwas für Bastler. Aber mit dem NanoPi2 kann man wirklich schon etwas anfangen. Ich denke mal, auch wenn der Preis mal 1 zu 1 (32 €) an Deutschland weitergegeben wird, ist das bestimmt ein interessantes Teil.

  • HI Tony, ist ein wenig Zeit vergangen: Ist der NanoPi 2 schon in DE zu haben? Und wenn, was meinst Du, kann man den genauso wie einen RapsPi mit XBMC-Kodi als MediaCenter gebrauchen? Von der Taktfrequenz ist er ja bestens dafür geeignet….

    • Hallo Brenner,

      meines Wissens ist der NanoPi noch nicht in Deutschland zu haben. Ich werd bei den Entwicklern mal nachfragen, ob und wann damit zu rechnen ist. Als MediaCenter sehe ich den NanoPi (erste Vewrsion) eher weniger, vielmehr in der Datenverarbeitung. Der NanoPi 2 hingegen kann auf jedenfall als MediaCenter dienen, von der Leistung her. Abzuwarten ist allerdings die softwareseitige Entwicklung und eventuelle Kompatibilität mit dem Raspberry Pi. Ein Artikel dazu kommt heute oder morgen 🙂

  • Ich habe deswegen mal angefragt, weil ich mir ein MediaCenter einrichten wollte. Jetzt habe ich angefangen mit dem Model B+. Aber da merke ich, das der doch etwas überfordert ist. Alles dauert seine Zeit, jedes Umschalten geht wie in Zeitlupe, bzw. um ein paar Secunden zeitversetzt.
    Ich möchte mir jetzt einen „Einplatinencomputer“ zulegen, der das flott erledigt. Ich weiß auch, dass man immer warten könnte, da immer wieder „noch bessere“ auf den Markt kommen, aber einmal muß man sich entscheiden und sich einen kaufen.
    Was glaubst Du, was für einen man nehmen könnte?
    Stichwort BananaPi: ist vergleichsweise besser und schneller als der RaspberryPi, wie ich gelesen habe.
    Odroid ist in der besseren Ausstattung schon vergleichsweise teuer.
    Auch etwas teurer, aber trotzdem erwähnenswert wäre das Hummingboard.
    Aber bei einigen „Minis“ glaube ich fast, dass sie dann schon etwas überdimensioniert sind für die Aufgaben eines MediaCenters.

    • Hallo Brenner,

      prinzipiell solltest du einen Einplatinencomputer wählen, der zum einen vom Preis erschwinglich ist, aber dennoch ausreichend Leistung für dein Vorhaben mitbringt. Auf der anderen Seite solltest du auch eine Plattform wählen die softwareseitig genügend Unterstützung mitbringt und idealerweise eine große Community. Für den Raspi, als auch für den Banana Pi trifft meiner Meinung nach beides zu. Wenn es ein mediaCenter werden soll empfehle ich dir den Raspberry Pi 2 zu nutzen. Ich selbst haben den Pi der der zweiten Generation als MediaCenter laufen. Im Vergleich zum B+ läuft dieser sehr flott und das MediaCenter mit OpenElec rennt problemlos – auch im Dauerbetrieb mit Ambilight 🙂

      Der Banana Pi eignet sich sicher dazu genauso, da hab ich aber weniger Erfahrungen, einfach weil bei mir der Raspi schon immer als MediaCenter lief. Eben wegen der einfachen Handhabung und Community für Fragen. Die Banane fungiert als NAS und zur Programmierung.

  • Danke Dir für deine Info´s. Habe mir jetzt den Raspi2 bestellt und werde meine Erfahrung hier posten. 😉
    Mal sehen, ob er noch zum Hl. Abend da ist….