Vorgestellt

NanoPi und NanoPi 2: Erste Eindrücke und Möglichkeiten

Der Nano Pi ist ein weiterer Einplatinencomputer aus China mit einem Formfaktor, der etwas größer ist als der Raspberry Pi Zero mit WiFi, sowie Bluetooth on Board. Kürzlich wurde in einem Artikel zum Nano Pi dessen technischen Features spezifiziert und vorgestellt. Das Nano Pi Board in der Version eins und zwei, sowie Zubehör hat mich mittlerweile erreicht, sodass im Folgenden die ersten Eindrücke und Einsatzmöglichkeiten des Einplatinencomputers thematisiert werden.

NanoPi: Erste Eindrücke

Die Platine des NanoPi, als auch des NanoPi 2 machen einen guten ersten Eindruck. Mit Abmessungen von 75 x 30 mm (NanoPi) bzs. 75 x 40 mm (NanoPi2) ist der Einplatinencomputer schmaler als der Raspberry Pi 2 und aber dennoch etwas größer als Raspberry Pi Zero. Die Verarbeitung der Platine ist solide und robust. Beide Modelle verfügen über 4 Befestigungslöcher, welche im Rechteck angeordnet sind. Gegenüber dem NanoPi verfügt dessen zweite Modell-Variante angenehm abgerundete Platinen-Ecken. Insgesamt ist die Platine etwas dicht bepackt, aber dennoch sind alle Anschlüsse gut erreichbar. Im Zubehör Portfolio bieten die Entwickler unteranderem ein RS-232 Modul, sowie ein LCD-Touchdisplay mit 3 oder 7 Zoll an.

NanoPi Hardware

NanoPi Hardware

NanoPi Hardware

NanoPi Hardware

Einsatzmöglichkeiten

Die möglichen Einsatzgebiete des NanoPi werden ausgehend von den technischen Spezifikationen und der mitgebrchten Leistung variieren. Der NanoPi 1 verfügt über einen Single-Core CPU Samsung S3C2451 mit 400 MHz und 64 MB DDR2 RAM. Hingegen der NanoPi 2 ist mit einem Quad Core CPU Samsung S5P 4418 Cortex-A9 mit einem Takt von 1,4 GHz ausgestattet, sowie 1 GB DDR3 Arbeitsspeicher. Damit bringt das zweite Modell deutlich mehr Rechenleistung mit sich. Hinzu kommt, dass der NanoPi 1 nicht über einen HDMI-Port verfügt und sich somit einige Anwendungen schlecht umsetzen lassen. Bevor im Folgenden die möglichen Einsatzgebiete thematisiert werden, noch einmal die technischen Daten beider Modelle im Überblick.

NanoPi

  • CPU: Samsung S3C2451, 400Mhz
  • RAM: 64 MB DDR2
  • WiFi- und Bluetooth Modul
  • 1 x USB Type A
  • 1 x Debugging Serial Port
  • microSD Slot
  • 1 x microUSB: Stromversorgung, konfigurierbar zur seriellen Datenübertragung und Ethernet
  • LCD Interface
  • DVP Camera Interface
  • GPIO Header 1: 40 Pins, kompatibel zu Raspberry Pi (UART, SPI, I2C)
  • GPIO Header 2: 12 pins (I2S, I2C, UART)
  • Abmessungen: 75 x 30 mm
  • Power: DC 5V
  • Bootloader/OS: u-boot, Linux 4.1 und Debian

Auf Grund des schlanken Single-Core Prozessors und des geringen Arbeitsspeichers, als auch der fehlenden HDMI-Buchse ist der NanoPi 1 nicht für ein MediaCenter geeignet. Die Stärke des Einplatinencomputers liegt viel mehr in seinem kleinen Formfaktor und im WiFi-Modul on Board. Die Einsatzgebiete tendieren daher vielmehr zu Steuerungs- und Datenverarbeitungsaufgaben. Dabei kann der NanoPi zur Ansteuerung diverser Sensoren und Bereitstellung dieser fungieren, beispielsweise im Rahmen einer Wetterstation oder eines Heimautomatisierungs-Projekts. Das integrierte WLAN-Modul ermöglicht die Einbindung in ein Heimnetzwerk mit mehr Freiheiten bei der Platzierung des Boards, gegenüber einer kabelgebundenen Netzwerkverbindung. Hinsichtlich Steuerungsaufgaben wäre ein weiteres Einsatzgebiet im Bereich der Robotik und RC-Cars. Die Nutzung als Server, beispielsweise als Webserver oder für andere Dienste ist softwareseitig möglich, aber auf Grund der geringen Leistungsdaten auf Dauer oder bei großer Last nicht sehr performant.

NanoPi 2

  • SoC: Samsung S5P 4418 Quad Core Cortex-A9, 1.4 GHz
  • System Memory: 1GB 32bit DDR3 RAM
  • Storage: 2 x Micro SD Slot
  • Connectivity: AP6212 Wireless and Bluetooth, 802.11 b/g/n, AP mode, BLE 4.0, HS mode
  • HDMI: 1 x HDMI 1.4A, Type-A
  • LCD- und Kamera-Interface
  • Debug Serial Port/UART0: 2.5 mm 4 Pins
  • USB: 1 x USB 2.0 Type-A; 1 x Micro USB (Power und serielle Schnittstelle)
  • GPIO Header 1: 40 Pins, kompatibel zu Raspberry Pi (UART, SPI, I2C)
  • Betriebssystem: Android und Debian
  • Abmessungen: 75 x 40 mm
  • Power: DC 5V
  • Bootloader/OS: u-boot, Linux 4.1 und Debian

Im Gegensatz zum NanoPi 1 bietet die zweite Modell-Variante wesentlich mehr Leistung und ist für eine Vielzahl von Anwendungen einsetzbar. Die technischen Leistungsdaten liegen etwas über dem Raspberry Pi 2 und ermöglicht den Serverbetrieb, sowie die Nutzung als MediaCenter. Nachteilig ist, dass das Board nur über einen USB-Port verfügt. Dadurch, dass der NanoPi bereits über einen WLAN-Chip verfügt, fällt die Belegung des Ports durch einen WiFi-Adapters zwar weg, dennoch ist man mit nur einem Port, je nach Vorhaben, in Möglichkeiten eingeschränkt. Inwieweit sich die softwareseitige Unterstützung der verschiedenen Funktionen und Schnittstellen entwickelt, bleibt abzuwarten. Insgesamt ist der NanoPi ein solides Board, dessen Stärken im Headless-betrieb hervortreten.

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

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