Raspberry Pi Vorgestellt

Raspberry Pi Starter-Kit: Einstieg leicht gemacht

Neben den unzähligen Einsatzmöglichkeiten des Raspberry Pi gibt es für die Wunderplatine mittlerweile eine ganze Reihe an Zubehör. Besonders für den Einsteiger ist diese breite Produkpalette meistens schwer zu überblicken. Im Rahmen des Blogs, als auch Privat, hatte ich viele Gelegenheiten diverse Hardware und Zubehörartikel für den Raspberry Pi auszuprobieren. Dabei sind nur Artikel regelmäßig im Einsatz, die wirklich benötigt werden und die eine gute Qualität mit sich bringen.

In diesem Artikel werde ich einige Hardware und Zubehörartikel für den Raspberry Pi vorstellen, mit denen ich positive Erfahrungen gemacht habe. Besonders für Einsteiger lässt sich dabei ein ideales Starter-Kit zusammenstellen, welches nur Komponenten enthält die benötigt werden und gut funktionieren.

Die verschiedenen Raspberry Pi Modelle

Den Raspberry Pi gibt es mittlerweile in verschiedenen Modell-Varianten, wobei ich mich in diesem Artikel auf den klassischen Raspberry Pi Model B, die überarbeitete Variante B+, als auch den Raspberry Pi 2 Model B beschränke.

Der Klassiker unter den Pis ist der Raspberry Pi im Model B. Für dieses Board gibt es die meistens Zubehörartikel und Erweiterungen. Die überarbeitete Variante B+ bringt neben kleinen Verbesserungen auch einige Veränderungen bei den Anschlussmöglichkeiten mit – Darunter zum Beispiel 4 statt 2 USB 2.0 Anschlüsse, 40 Pins statt nur 26 und der Composite Video Ausgang ist in der 3.5 mm Klinkenbuchse mit untergebracht. Der Raspberry Pi 2 Model B ist momentan (Stand Juli 2015) das neuste Board der Serie. Im Vergleich zum Vorgängermodell B+ ist der Pi 2 durch einen 900 MHz QuadCore-Prozessor und doppelten Arbeitsspeicher (1 GB RAM) deutlich leistungsstärker, sodass der Kauf dieses Modells zu empfehlen ist. In Sachen Anschlussmöglichkeiten und Layout ist der Raspberry Pi 2 nahzu identisch mit dem B+, sodass Gehäuse und Erweiterungen in der Regel kompatibel sind.

Update: Der Raspberry Pi 3 Model B löst den bisherigen Raspberry Pi 2 ab und bringt nun einen 1,2 GHz QuadCore Prozess auf Basis von ARMv8-A mit 64 Bit Architektur mit. Zudem verfügt der Raspberry Pi der dritten Generation über ein WLAN-Modul, als auch Bluetooth on Board. Formfaktor und die restliches bekannten Spezifikationen, wie 40 GPIO Pins, Ethernet und 1 GB Arbeitsspeicher wurden vom Raspberry Pi 2 beibehalten. Verändert wurde die Position der LEDs, sodass einige Gehäuse nicht mehr exakt passen können. Insgesamt ist der Raspberry Pi 3 im 32 Bit Modus rund 60% schneller als der Pi 2 und zehnmal leistungsstärker als der Raspberry Pi Model B.

In Bezug auf den klassischen Raspberry Pi im Modell B ist die Kompatibilität für Gehäuse und Erweiterungen für die Modelle B+ und 2 nicht gegeben. Grund dafür sind die abweichenden Anschlussmöglichkeiten und damit das unterschiedliche Platinenlayout. Dennoch sollte das „alte“ B-Modell beim Kauf unter Umständen nicht außer Acht gelassen werden, da es zum Beispiel den Composite Video Ausgang mit der herkömmlichen Cinch-Buchse besitzt. Andernfalls ist immer zum Raspberry Pi 2 Model zu raten, da es aktuell das leistungsstärkste Board der Serie ist. Im Preis sind alle Modelle ähnlich angesiedelt.

Das richtige Netzteil

Der Raspberry Pi wird standardmäßig mit einem 5 Volt Micro-USB Netzteil versorgt. Dabei unterscheidet sich die Polyfuse vom Modell B gegenüber den neueren Boards. Der Raspberry Pi Model B hat eine Polyfuse, welche 1A durchlässt. Die Modelle B+ und 2 hingegen haben eine Polyfuse mit 2A installiert. Zum besseren Verständnis ist anzumerken, dass die Polyfuse quasi die maximale Stromstärke bestimmt, die durchgelassen und somit vom Board verarbeitet werden kann. Die 2A-Polyfuse beim Raspberry Pi B+ und 2 ist auf die größer Anzahl von USB 2.0 Ports (4 Stück) zurückzuführen, damit diese mit genug Strom versorgt werden können.

Bei der Wahl des 5 Volt Micro-USB Netzteils ist darauf zu achten, das dieses, je nach Raspberry Pi Modell, die entsprechende Stromstärke liefert. Da Netzteile in der Regel etwas Verlustleistung abgeben, sollte die Stromstärke die maximal abgegeben werden kann leicht über dem Wert der Polyfuse liegen oder mindestens gleich groß sein. Dies gewährleistet, dass der Pi ausreichend versorgt wird und auch bei erhöhter Stromaufnahme durch angeschlossene USB-Geräte das Netzteil nicht an seine Grenzen kommt. Mit den folgenden Modellen habe ich gute Erfahrungen gemacht – und habe diese immer noch im Einsatz. Die Netzteile sind in meinen Augen langlebig und qualitativ hochwertig.

Update: Für den Raspberry Pi 3 Model B ist ein Netzteil, insbesonders bei hoher Last, notwendig, welches 2,5 Ampere liefert. Zudem ist es empfehlenswert ein Netzteil zu verwenden das 5,1 Volt anstatt der gewohnten 5,0 Volt liefert.

Die passende Speicherkarte

Das Betriebssystem und damit auch die Benutzerdaten werden beim Raspberry Pi auf einer Speicherkarte abgelegt, konkret auf einer SD-Speicherkarte beim Raspberry Pi Model B und auf einer microSD-Speicherkarte für die Modelle B+ und 2. Neben der Speicherkapazität ist die Geschwindigkeit der Karte für die Performance am Pi entscheidend. Langsame Speicherkarten machen sich beim arbeiten mit dem Pi deutlich bemerkbar und verlangen das System. Die Angabe Class oder auch UHS bestimmen die Schreib- und Lesegeschwindigkeit der Karte. Um mit dem Pi vernünftig arbeiten zu können, sollte die Speicherkarte Class 10 bzw. UHS-I sein. Für eine Distribution reicht theoretisch eine Speicherkarte mit einer Kapazität von 4 GByte. Wenn die Karte aber regelmäßig im Einsatz ist und die ein oder anderen Daten zusammen kommen, empfehle ich eine 8 GByte SD-Karte. Speicherkarten mit einer Kapazität bis zu 32 GByte funtionieren mit dem Pi problemlos.

SD-Speicherkarten (Raspberry Pi Model B)

microSD-Speicherkarten (Raspberry Pi Model B+, 2 und 3)

Gehäuse

Um den Raspberry Pi zu nutzen ist ein Gehäuse natürlich nicht zwingen notwendig, aber dennoch sehr zu empfehlen. Ein Gehäuse schützt den Pi vor Stößen, Verschmutzungen und Berührungen durch Personen. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen und hochwertigen Gehäusen für den Pi, wobei man beachten muss, dass Gehäuse für den Raspberry Pi Model B nicht mit dem B+ und 2er-Modell kompatibel sind. Dies ist bedingt durch die veränderten Anschlussmöglichkeiten und das andere Platinenlayout. Gehäuse für den B+ sind in der Regel zum Raspberry Pi 2 kompatibel und können gleichermaßen verwendet werden.

Gehäuse für den Raspberry Pi gibt es mittlerweile in vielen Farben, Ausführungen und Preisklassen – einige sind sehr funktional ausgelegt, andere schlicht und einige optisch sehr ansprechend. Die Wahl des Gehäuses sollte vom Vorhaben mit dem Pi abhängig gemacht werden. Für Standardanwendungen empfehle ich ein Gehäuse bei dem die GPIO-Pins für Basteleien durch eine Öffnung gut zugänglich sind. Soll der Pi als Server im Dauerbetrieb zum Einsatz kommen, dann empfehle ich ein Gehäuse welches gut durchlüftet ist.

Update: Auf Grund der neuen Position der LEDs auf dem Raspberry Pi 3 Model B können einige Gehäuse vom Raspberry Pi B+ bzw. 2 nicht exakt kompatibel sein mit dem Raspberry Pi 3.

Gehäuse für Raspberry Pi Model B

Hutschienengehäuse
Pibow Rainbow
Pibow Coupé
Pibow Ninja

Gehäuse für Raspberry Pi Model B+ und Raspberry Pi 2

Transparentes Gehäuse, sehr gute Passform
Gehäuse schwarz
Pibow Rainbow
Pibow Coupé
Pibow Ninja
Höhenverstellbares, stapelbares Gehäuse

Gehäuse für Raspberry Pi 3 Model B

Gehäuse für Raspberry Pi 3 Model B

Konnektivität: Netzwerkkabel und WLAN-Stick

Zum beziehen und installieren von Anwendungen ist es sicherlich sinnvoll den Raspberry Pi in ein Netzwerk einzubringen oder diesen mit dem Internet zu verbinden. In Sachen Konnektivität bietet der Pi einen 10/100 MBit Ethernet-Port. Über diesen kann der Einplatinencomputer mit einem bestehenden Router oder Switch verbunden werden. Ein entsprechendes Ethernetkabel (LAN-Kabel) findet sich entweder noch in der eigenen Kabelsammlung, kann aber auch für wenig Geld nachgekauft werden.

Alternativ kann der Pi neben der kabelgebundenen Variante mit einem WLAN-Stick ausgestattet und mit einem Netzwerk verbunden werden. Zum Beispiel wennn WLAN auf Grund der Platzierung des Pi günstiger ist. Wichtig ist, dass der WLAN-Stick mit dem Pi kompatibel ist bzw. das es die entsprechenden Treiber existieren und de Pi uterstützen. Der USB-WLAN-Stick EDIMAX EW-7811UN ist für die Nutzung am Pi typisch und funktioniert problemlos. Andere WLAN-Sticks unterscheiden sich in der Regel in der Sendeleistung und in der Kompatibilität.

Update: Der Raspberry Pi 3 Model B bringt neben Bluetooth ein WLAN Modul nach den Standards 802.11n/b/g mit, sodass ein WLAN-Stick nicht erforderlich ist.

WLAN-Stick

Ethernetkabel

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

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Kommentar

  • Hi, ich weiß nicht, ob das extra ist, aber euer Link zum RaspberryPi3(Amazon) verlinkt auf einen kleinen Computer mit i5 und Win10. Nur mal so nebenbei…