Mit der Erscheinung des Raspberry Pi 3B+ wurde bereits spezifiziert, dass der britische Einplatinencomputer Power over Ethernet tauglich werden soll. Die PoE-Funktionalität liefert der Raspberry Pi 3B+ jedoch nicht direkt on Board, sondern durch ein offizielles Raspberry Pi 3B+ PoE HAT der Foundation. Die Addon-Platine wurde bei der Veröffentlichung des Raspberry Pi der neusten Generation im März 2018 jedoch nicht direkt publik gemacht, sondern frühstens für die zweite Hälfte von 2018 angekündigt – nun steht das Release-Datum fest!

Raspberry Pi 3 B+ PoE HAT: Erste Eindrücke und technische Daten

Das Raspberry Pi 3B+ PoE HAT ist eine Klasse 2 (Class 2) Power over Ethernet Gerät und kompatibel mit dem Ethernet Standard 802.3af. Das Modul erlaubt eine typische PoE Eingangsspannungen von 36V bis 56V (üblicherweise 48V) und liefert mittels einem voll isoliertem Schaltnetzteils 5V bei maximal 2,5A für den Raspberry Pi.

Raspberry Pi 3B+ PoE HAT (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Raspberry Pi 3B+ PoE HAT (Bild: Raspberry Pi Foundation)

Das Raspberry Pi 3B+ PoE HAT wird via Plug&Play, wie die meisten AddOn-Boards für den Pi, über die GPIO-Leiste mit dem Raspberry Pi verbunden. Zusätzlich werden die 4 PoE Pins elektrisch verbunden. Über die 4 PoE Pins wird (vermutlich) die PoE Spannung von der Ethernetbuchse an das HAT gegeben. Ein elektrischer Durchgang besteht zumindest. Die 5V Versorgungsspannung für den Pi wird demnach über die GPIOs konnektiert. In der weiteren Montage wird das gesamte HAT über Abstandsbolzen auf dem Raspberry Pi montiert.

Zusätzlich bringt das Raspberry Pi 3B+ PoE HAT einen Lüfter für den SoC mit. Da der Lüfter im Bild mit zwei Kabeln (Rot und Schwarz) beschaltet wird, liegt die Vermutung nah, das es sich um einen „normalen“ 5V Gleichspannungslüfter handelt. Eventuell ist der Lüfter nicht direkt am Raspberry Pi angeschlossen, sondern am HAT selbst. Dadurch wäre ein mögliche Steuerung des Lüfters, beispielsweise mittels PWM über die GPIO-Leiste und einer Ladungspumpe oder ähnlichem auf dem HAT , denkbar. Eventuell begründet sich der Lüfter auch als notwendiges Feature, weil das PoE Modul einerseits Wärme produziert, aber anderenseits auch die Wärmeableitung am SoC behindert. Für genauere Informationen muss der Release abgewartet werden.

Unterm Strich

Insgesamt wird der Raspberry Pi durch das passende PoE HAT besonders für indusrielle Umgebung interessant, da PoE in diesem Umfeld – je nach Anwendung und Branche – keine Seltenheit ist. Mit den beschriebene Spezifikationen bietet das PoE-Modul ordentlich Power für den Pi. Inwieweit weitere Erweiterungsplatinen nutzbar sind, ist momentan nicht abzuschätzen. Anhand des Bildmaterials kommt die Vermutung auf, dass keine weiteren AddOn-Boards nutzbar sind – aber abwarten.

Erhältlich ist das AddOn-Board voraussichtlich im August 2018. Im Rasppishop ist die Verfügbarkeit auf den 08.08.2018 datiert, bei einem Preis von napp 20 Euro.

 

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

Hinterlasse eine Antwort