Netzwerk und Server Raspberry Pi

Raspberry Pi: NAS Dateiserver installieren

NAS steht für Network Attached Storage, also ein an das Netzwerk angebundener Speicherplatz, und ist ein Dateiserver-System. Dieses erlaubt das Speichern deiner Daten über das Netzwerk auf einem Server. Fertige NAS-Lösungen kosten im Handel viel Geld. Somit bietet ein NAS-System mit Hilfe des Raspberry Pis eine kostengünstige, stromsparende und vor allem flexible Alternative.

Mit dem von Microsoft geprägten Server Message Block Protokoll (SMB) können Netzwerkfreigaben realisiert werden. In Verbindung mit Samba wird das Protokoll unter Linux implementiert. In der nachfolgenden Anleitung beschreibe ich, wie ein NAS-Fileserver mit Hilfe des Raspberry Pis und einem externem Speichermedium entstehen kann.

Vorbereitung

Zu Beginn müssen wir unsere externen Speichermedien mit dem Raspberry Pi verbinden und einbinden. Zu externen Speichermedien zählen USB-Sticks und USB-Festplatten.

Softwareseitig bildet die Software Samba die Grundlage für Netzwerkfreigaben und implementiert das SMB-Protokoll.
Die Installation von Samba wird im Beitrag Samba Server installieren erläutert.

Wenn die / das externe Speichermedium eingebunden ist und Samba installiert ist, können wir loslegen und den NAS-Server einrichten.

Schritt 1 – Benutzerverwaltung

Im Rahmen der Konfiguration unseres NAS-Servers arbeiten wir mit der eigenen Benutzerverwaltung von Samba. Diese ist an die Benutzerverwaltung von unserem Betriebssystem gebunden: Das heißt, wenn ein Benutzer in Samba angelegt werden soll, muss dieser zuvor als Systembenutzer existieren.

Benutzer anlegen

Mit folgendem Befehl legen wir einen Systembenutzer an. Der Teil [benutzername] muss dabei mit dem gewünschten Benutzernamen ersetzt werden.

sudo adduser --disabled-login --disabled-password [benutzername]

Mit den Parametern –disabled-login und –disabled-password erreichen wir, dass der neue Systembenutzer sich nicht im System einloggen kann. Der Benutzer wird lediglich für die Anmeldung bei Samba genutzt.

Ist der neue Systembenutzer erstellt worden, können wir mit Samba weiterarbeiten. Dazu nutzen wir smbpasswd. In Samba legen wir wie folgt einen Benutzer an:

sudo smbpasswd -a [bentuzername]

Benutzer löschen

Um einen Benutzer von Samba bzw. vom System zu löschen verwenden wir die folgenden Befehle:

sudo smbpasswd -x [benutzername] sudo deluser [benutzername]

Benutzer deaktivieren und aktivieren

Wer einen Samba-Benutzer nicht gleich löschen möchte, hat die Möglichkeit diesen temporär zu deaktivieren. Dabei wird der Zugriff für den entsprechenden Nutzer gesperrt.

sudo smbpasswd -d [benutzername]

Aktiviert wird ein Benutzer wieder durch:

sudo smbpasswd -e [benutzername]

Um nicht die Übersicht zu verlieren kann man sich alle Sambabenutzer auflisten lassen.

sudo pdbedit -w -L | awk -F: '{print $1}'

Schritt 2 – Dateifreigabe

Jetzt wo alle Benutzer angelegt sind, können wir Dateiverzeichnisse unserer Wahl freigeben. Dazu nehmen wir einige Einstellungen in der Datei smb.conf vor. Bearbeiten können wir die Konfigurationsdatei zum Beispiel mit dem Editor nano. Gespeichert wird mit Strg + X, Y und Enter.

Zunächst erstellen wir eine Freigabe für alle Benutzer. Dazu öffnen wir die Datei smb.conf:

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Dort schreiben wir ans Ende der Datei folgendes hinein:

[NameDerFreigabe] path = /media/bilder
available = yes
browseable = yes
guest ok = no
writeable = no

In den eckigen Klammern kann ein Name deiner Wahl vergeben werden. Unter path wird der freizugebende Ordner angegeben. Standardmäßig ist /media das Laufwerk wo eine Linuxdistribution ein externes USB-Speichermedium einhängt. Mit available bestimmen wir, ob die Freigabe aktiv ist und mit browseable, ob der freigegebene Ordner für angemeldete Benutzer direkt sichtbar ist. Guest ok = no verbietet Gästen das Lesen des Netzlaufwerkes.

Modifizieren wir die Konfiguration noch ein bisschen mehr, können wir das Netzlaufwerk für alle Benutzer freigeben, aber nur bestimmte haben das Recht Daten zu schreiben.

Datei öffnen:

sudo nano /etc/samba/smb.conf

Parameter:

writeable = no
write list = tony,tim,joe

Zu guter letzt wollen wir uns noch anschauen, wie nur bestimmten Benutzern ein Zugriff auf einen freigegebenen Ordner gegeben wird:

valid users = tony,tim,joe

Samba neustarten

Haben wir die Konfiguration vorgenommen und die Datei mit Strg + X,Y und Enter geschlossen, muss Samba neugestartet werden.

sudo /etc/init.d/samba restart

Wer mit einem Raspberry Pi mehrere Ordner freigeben möchte, kann in die Datei smb.conf mehrere Freigaben definieren. Damit sind wohl die gängigsten Fälle umschrieben.

Quelle (Stand 04.08.2014): Jan Karres Blog

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

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