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Interview mit Raspberry Pi Blogger Jan Karres

Geschrieben von Tony

Wer im Web schon einmal auf der Suche nach einem bestimmten Tutorial zum Raspberry Pi war, derjenige wurde auf den Blog von Jan Karres schnell aufmerksam. Jan Karres beschäftigt sich seit längerer Zeit mit der britischen Wunderplatine und berichtet über News, Tipps und Tutorials. Im Jahre 2007 begann er sein erstes Webprojekt, bevor er dann im August 2011 mit seinem Blog startet.

Heute ist Jan Karres 19 Jahre alt und hat in den letzten zweieinhalb Jahren über 120 Raspberry Pi Artikel verfasst. Gleichzeitig entstanden weitere Projekte, wie der bekannte News Aggregator Raspifeed. Im folgenden Interview habe ich den Raspi-Fan gefragt, wodurch sein Interesse für den Pi geweckt wurde und wie alles begann.

Wann bist du das erste mal mit dem Raspberry Pi in Berührung gekommen?

Den Raspberry Pi muss ich im Februar 2012 gefunden haben. Damals erschien er mir auch so interessant, dass ich diesen bestellte, jedoch kam er auf Grund der anfänglichen Lieferschwierigkeiten erst im Juli 2012 an. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits etwas Erfahrung mit Debian Linux, wobei sich diese in Grenzen hielt.

Was waren deine ersten Schritte und Projekte mit dem Pi?

Als die kleine Platine überraschenderweise im Juli 2012 ankam installierte ich zunächst Debian/Raspbian und schaffte es schnell mehrfach das Betriebssystem in die Abgründe zu jagen. Ein Fall um sich selbst ein Tutorial zu schreiben, welche die Schritte, die ich beachten muss, dokumentieren. Dieses veröffentlichte ich in meinem Blog und bemerkt, dass der Artikel von einigen Besuchern gelesen wurde.

Mein Interesse für die Möglichkeiten des Raspberry Pis war zu dieser Zeit groß und aus diesem beiden Faktoren heraus schrieb ich weiter Artikel über das kleine Wunderwerk. Außerdem konnte ich so meine Linux-Kenntnisse gefahrenlos erweitern und erhielt von Lesern sogar den einen oder anderen Ratschlag.

Gibt es bei den Artikeln und Tutorials über den Raspberry Pi in deinen Blog ein Ziel?

In die Linux-Welt rutschte ich durch Zufall rein. Damals war ich schätzungsweise 14 Jahre alt, weshalb meine Englischkenntnisse noch nicht besonders ausgeprägt waren. Ich empfand, sowohl auf Grund der sprachlichen Barriere, als auch durch das schwere Auffinden von anfängerfreundlichen Artikeln, es als eine Herausforderung in dieser Materie Fuß zu fassen. Daraus entstand die Intension anfängerfreundliche deutschsprachige Artikel zum Raspberry Pi zu schreiben, die für viele einen kostengünstigen und einfachen Einstig in die Linux-Welt sind.

Wofür verwendest du die Wunderplatine heute?

Ich muss zugeben, dass der Raspberry Pi, mit Ausnahme des Artikel Schreibens bei mir keine Verwendung mehr hat. Da ich ihn für Serveraufgaben (YouTube Upload Server, Datensynchronisation via Seafile, OpenVPN Server und eigene Crawler Scripte) verwenden würde, war mir die Leistung auf Dauer zu gering, sodass inzwischen ein Banana Pi mit 2,5“ Festplatte via SATA diese Aufgaben exzellent übernimmt.

Arbeitest du auch mit anderen Einplatinencomputern?

Neben dem Raspberry Pi durfte ich bereits verschiedene Cubieboards und inzwischen ein Banana Pi mein Eigenen nennen. Da ich mich kommendes Jahr auch mal mit hardwaregestützte Projekte beschäftigen werde, wird bestimmt noch der eine oder andere Einplatinencomputern Einzug bei mir halten.

März 2014 ist der Banana Pi erschienen. Inwieweit schätzt du dessen Potential und Anklang bei den Nutzern ein?

Für den Serverbetrieb sehe ich den Banana Pi im Bereich der stromsparenden Einplatinencomputern momentan als das Beste an, was es auf dem Markt gibt. Sowohl wegen der Benutzerfreundlichkeit auf Grund der Anlehnung an den Raspberry Pi, als auch im Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Gäbe es für den Mali-400-Grafikprozessor nun noch bessere Treiber, so denke ich hätte er das Potenzial für eine noch breitere Masse von Bastlern interessant zu sein.

Auf deinem Blog schreibst du nicht nur über den Raspberry Pi. Mit welchen Themen setzt du dich zusätzlich auseinander?

Mein Blog war und ist, auch wenn mein Themenschwerpunkt momentan auf dem Raspberry Pi liegt, ein privater Blog. In diesem schreibe ich über Allerlei was mich interessiert. Angefangen von vielen technischen und informatischen Themen, über meine wie auch interessante Projekten im Web, aber auch gesellschaftliche auch politische Themen und Geschichten aus meinem Privatleben finden sich vereinzelt auf JanKarres.de wieder.

Arbeitest du neben deinem Blog an weiteren Projekten?

Der Blog stellt inzwischen meine Projekt-Base dar, in der ich über Neuerungen anderer Projekte berichte. Unter dem Namen Mediee bewege ich mich im kommerziellen Bereich der Webentwicklung und des Webdesigns, mit dem YouTube Kanal SoBehindert versuche ich der jugendlichen Zielgruppe das Thema Behinderung auf eine lockerer Art näher zu bringen und mit Raspifeed entwickelte ich einen News-Aggregaror für deutsch- sowie englischsprachige Artikel über den Raspberry Pi. Daneben existieren noch kleinere Projekte wie WordPress Plugins oder eine Webseite zur einer netzpolitischen Aktion.

Schlusswort

Anhand der von Jan Karres gegebenen Antworten hat man einen guten Eindruck in die Welt eines Raspberry Pi Bloggers erlangt. Neben seinem Blog ist meiner Meinung nach der News Aggregator Raspifeed ein faszinierendes und gelungenes Webprojekt. Man kann gespannt sein auf die Artikel im neuen Jahr.

Ich bedanke mich bei Jan Karres für die Zeit und die Teilnahme an diesem Interview. Gerne hinterlasst Feedback und Fragen in den Kommentaren.

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

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