Raspberry Pi Vorgestellt

Scase: Raspberry Pi Aluminium Gehäuse made in Germany

Scase Raspberry Pi Aluminium Gehäuse
Geschrieben von Tony

Zubehörartikel für den Raspberry gibt es mittlerweile jede Menge und für jedes Vorhaben. Darunter sind nicht zu letzt Gehäuse in den verschiedensten Varianten und Ausführungen auf dem Markt erhältlich. Neben optisch auffallenden oder elegenten Gehäusen aus unterschiedlichsten Materiallien, findet man auch funktionale. Der Hersteller Scase hat sich auf hochwertige Raspberry Pi Gehäuse fokusiert und vereint funktionale Aluminium Gehäuse mit passiver Kühlung und elegantem Design. Welche Vorzüge ein Scase Gehäuse mit sich bringt und was die passive Kühlung leistet, soll in diesem Artikel aufgezeigt werden.

Erster Eindruck

Die Raspberry Pi Aluminium Gehäuse von Scase sind in den Farben schwarz und silber für die Raspberry Modelle B Plus, 2 und 3, als auch für den Pi Zero verfügbar. Ältere Modelle der Familie werden nicht unterstützt. Die Gehäuse machen einen sehr hochwertigen, robusten Eindruck und sind sehr gut verarbeitet. Trotz des metallenen Materials sind scharfe Kante nicht vorzufinden. Gleichermaßen war es mir nicht möglich, ein Gehäuse mit bloßen Händen zu verformen.

Das Scase Gehäuse ist insgesamt in sich geschlossen. Durchsichtige oder bewusst offene Stellen für einen Blick auf die Platine des Raspberry Pi gibt es nicht. Beim Gehäuse für den Raspberry Pi Zero ist dies jedoch etwas anders: Auf Grund der kleineren Abmessungen des Pi Zero ist das Gehäuse an sich ebenfalls in der Zero Größenordnung ausgelegt. Anstatt eines Deckels aus Aluminium wird hier ein durchsichtige Kunststoff Verkleidung mit Aussparung für die GPIO Pins verwendet. Der Rest des Gehäuses ist ebenfalls mit Aluminium und in der gleichen Qualität wie die Scase Behausung für die anderen Modelle ausgelegt.

Optisch ist das Scase Gehäuse sehr ansprechend. Das metallische Erscheinungsbild wirkt sehr elegant und unterstreicht die Hochwertigkeit des Gehäuses. Auf der Seite ist ein dezenter Aufdruck des Herstellers zu sehen. Wie es für Aluminium oder auch anderen Metallen typische ist, bleiben Fingerabdrücke auf der Oberfläche haften. Dieser Effekt tritt in diesem Fall nicht auffallend ein. Im Lieferumfang ist neben dem Gehäuse selbst, ein Sortiment aus Schrauben zur Montage für den Raspberry Pi im Gehäuse und dieses selbst, sowie Wärmeleitpads für die passive Kühlung enthalten.

Auffallend ist zudem das das Gehäuse durch den Einsatz von Aluminium etwas schwerer ist. Das hat den Vorteil das der Raspberry Pi vernünftig auf dem Tisch bzw. der Oberfläche steht. Bei Kunststoffgehäusen ist oftmals zu beobachten, dass durch steife Kabel (meistens Netzwerkkabel) das Gehäuse vom Untergrund angehoben wird.

Montage, Varianten und Erreichbarkeit von Anschlüssen

Die Montage des Rapberry Pi im Gehäuse ist nicht weiter aufwendig. Zunächst wird der Pi mit vier Sechkantschrauben von unten an die Deckel-Hälfte des Gehäuses befestigt. Anschließend werden Ober- und Unterseite der Behausung mit drei Schrauben zusammengehalten. Der montierte Einplatinencomputer im Gehäuse sitzt insgesamt sehr solide und passgenau. Das Hereinzwängen des Pi in das Gehäuse ist hier nicht der Fall, so wie man es vielleicht von „0815“ Kunststoffgehäusen kennt.

Die Erreichbarkeit der Anschlüsse ist abhängig von der Version des Gehäuses. Die Scase Gehäuse sind als sogenannte Baseline Edition verfügbar. Das ist die Standardversion, welche auch mir vorliegt. Demgegenüber bietet Scase eine Baseline Developer Edition an. Der Unterschied zwischen den Varianten macht sich an der Erreichbarkeit der Anschlüsse bemerkbar.

An dieser Stelle möchte ich noch einwerfen, dass es sich hier um die Version 2 der Scase Gehäuse handelt.

Bei der Baseline Standard Edition sind von außerhalb die USB Ports, der HDMI und MicroUSB Port, die Klinkenbuchse für Sound und FBAS/Composite, sowie der LAN-Anschluss erreichbar. Zusätzlich sind die signalisierenden LEDs für Power und Aktivität sichtbar. Der Zugriff auf die GPIO Pins, oder die Kamera- und Display-Ports sind von außerhalb nicht möglich. Ebenfalls ist die MicroSD-Karte nicht erreichbar. Dazu muss das Gehäuse geöffnet werden. Dies ist aber verschmerzbar, da man sein System in der Regel einmal aufsetzt und für den laufenden Betrieb da nicht mehr ran muss.

Demgegenüber erlaubt die Developer Edition von Scase den Zugriff auf die SD-Karte auch ohne das Gehäuse öffnen zu müssen. Weiterhin ist es durch einen Schlitz im Gehäuse möglich Kabel von den GPIO-Pins oder den Kamer- und Display-Ports nach außen zu führen.

Varianten

Passive Kühlung

Der größte funktionale Vorteil der Scase Gehäuse liegt jedoch nicht in der eleganten Optik, sodern in der passiven Kühlung. Das Gehäuse verfügt über zwei Kühltürme. Diese setzen nahezu auf den System-on-Chip und den LAN Controller auf. Mit Hilfe von mitgelieferten Wärmeleitpads werden die Kühltürme auf mit den Chips „verbunden“. Damit wird die erzeugte Wärme vom Prozessor direkt an das Gehäuse weitergegeben, sodass das ganze Gehäuse als Kühlkörper fungiert.

Scase Raspberry Pi Aluminium Gehäuse

Scase Raspberry Pi Aluminium Gehäuse

Die theoretische Kühlleistung ist hier natürlich sehr viel größer und effektiver als bei kleinen Kühlkörpern, da einfach das ganze Gehäuse eine viel größere Fläche zur Wärmeabgabe bietet.

Kühlleistung testen

Um die Kühlleistung praktisch zu untersuchen, kann man den Prozessor des Raspberry Pi auf 100% auslasten und über die Zeit die CPU-Temperatur beobachten. In meinem Fall habe ich mit Hilfe des folgenden Befehls die CPU Auslastung auf Volllast getrieben und nach einer halben Stunde die Prozessortemperatur notiert. Bei md5sum /dev/urandom handelt es sich um einen Zufallsgenerator der nie aufhört Werte zu liefern, sodass die Berechnung quasie unendlich ist.

md5sum /dev/urandom

Die Temperatur kann man wie folgt auslesen (in einem zweiten Terminal).

cat /sys/class/thermal/thermal_zone*/temp

Die ersichtliche Zahl ist noch durch 1000 zu teilen, um die Temperatur in Grad Celcius zu erhalten.

Die Messung ohne ein Gehäuse bei Raumtemperatur zeigte bei anfänglichen 39 °C nach 20 Minuten eine CPU Temperatur von 61,7 °C. Bei der gleichen Messung mit dem Scase Gehäuse wurde die CPU Temperatur bei 43,6 °C festgestellt. Folglich leistet die Scase Behause hier ganze Arbeit mit einer Kühlleistung von rund 30%. Die hier gezeigt Messung sollte ohne Gehäuse auch nicht viel länger durchgeführt werden, da die Temperatur kontinuierlich weiterhin steigen würde. Das kann, entsprechend der Dauer der hohen CPU Belastung den SoC beschädigen.

Die enorme Kühlleistung des Gehäuses ist für viele rechenintensive Anwendungen, aber auch generell um die Lebenszeit des CPU zu erhöhen sehr zu empfehlen. Insbesondere für den Raspberry Pi als Medacenter sollte das Scase Gehäuse geeignet sein. Das Anschauen und Streamen von hochauflösenden Filmen beansprucht den Pi recht stark und konstant. Die Kühlleistung von Scase kann diesem entgegen wirken. Zudem sieht das Scase Gehäuse sehr elegant aus und macht das System durchaus „wohnzimmertauglich“.

Fazit

Insgesamt ist das Scase Gehäuse eine mehr als solides und hochwertig verarbeitetes Aluminium Gehäuse. Funktional leistet es eine enorme passive Kühlleistung und kann sich in diesem Punkt deutlich von anderen Gehäusen aus Kunststoff absetzen. Die Erreichbarkeit der Anschlüsse ist mit der Standardedition etwas eingeschränkt, wenn man die GPIO-Ports nutzen möchte, aber für einen headless Server oder als Mediacenter-System natürlich nicht unbedingt hinderlich. Zudem ist die Developer Edition preisgleich erhältlich.

Über den Autor

Tony

Ich bin Tony, begeistert von Einplatinencomputer und berichte über meine Erfahrungen und Projekte mit dem Raspberry Pi, Banana Pi und anderen Minicomputern.

Hinterlasse eine Antwort

Kommentare

  • Interessanter Bericht. Ich denke ich werde mir das Gehäuse fürs Wohnzimmer auf jeden Fall zu legen. Sieht chicker aus als das billige Plastikgehäuse.

  • Interessanter Beitrag aber ich frage mich warum die Cases bei Amazon teurer sind und warum die gleich viel kosten. Bei Amazon und beim Hersteller. Ist beides meiner Meinung nach totaler Blödsinn.

    1.) Product Placement?
    2.) Wer hat bitte in dieser Jahreszeit 39 °C Zimmertemperatur?
    3.) Es gibt günstigere Cases aus Aluminium und man bekommt schon für 11€ ein gutes Alu Case für den Kleinen und spart einiges.

    • Die Preise mache ich nicht, dazu kein Kommentar von mir. 39°C Raumtemperatur sind es natürlich nicht. Der Raspi hat bei Raumtemperatur, sprich 22°C oder so in der Drehe, eine CPU Temperatur von 39°C 🙂 Das mag sein das es alternative Alu Gehäuse gibt, aber auch mit dem Kühlturm wie die Scase Behausungen? Heutzutage gibt es so gut wie alle Produkte von mehr als nur einem Hersteller, das sei jedem selbst überlassen was er möchte und wie viel er bereit ist dafür auszugeben.

  • Habe mir vor einiger Zeit so ein Gehäuse zu gelegt. Habs halt direkt beim Hersteller im Shop gekauft ;).
    Demnächst werde ich mir zum Basteln das Developer zulegen. Ich finde das Teil ist absolut jeden Cent wert!

Danke

Vielen Dank an alle, die ihr Bildmaterial und andere Medien unter freien Lizenzen, wie Creative Commons, MIT oder GPL, bereitstellen und damit den Blog Einplatinencomputer sehr bereichern. Weiterhin ein riesen Dankeschön an alle treuen Leser, Interessierte und solche, die mit zahlreichen Kommentaren Feedback hinterlassen oder zur Diskussion anregen.

Affiliate Links

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ausgehende Links zu Amazon, eBay und Rasppishop Affiliate Links sind. Im Detail bedeutet das, wenn du über solch einen Link etwas bestellst und kaufst, bekomm ich dafür eine Provision. Dir entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.

Einplatinencomputer.com © 2016